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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Urphänomene. Sie verräth, dass ihr künstliche nach-gemachte Vorbilder vorliegen. Für mich erläutert dasleibhaft geschaute Phänomen Wagners zuerst negativ,dass wir die griechische Welt bis jetzt nicht verstandenhaben, und umgekehrt finden wir dort die einzigenL Analogien zu unserm Wagnerphänomen.

Hauptunterscheidung der dionysischen und der apol-linischen Kunst: jede mit verschiedener Metaphysik.

Hauptfrage: welches ist das Verhältniss beider Kunst-triebe zu einander?

Dies erklärt die Geburt der Tragödie: hier nimmt dieap@llinische Welt die dionysische Metaphysik in sich auf.

Ungeheure Zeitperiode: wir erkennen in dieser Kunst-form die Möglichkeit, trotz der Erkenntniss zu leben. DieForm des tragischen Menschen.

Für die Deutschen ist es eine ArtWiederbringungaller Dinge. Mächtiger Kampf der Civilisation gegenden Geist der Musik.

Die griechische Welt als die einzige und tiefsteLebensmöglichkeit. Wir erleben das Phänomen wieder,das uns entweder nach Indien oder nach Griechenlandtreibt. Dies das Verhältniss von Schopenhauer undWagner.

Um diese Erkenntniss von der Musik zu bekommen,musste sie durch Bach ^Beethoven ( Wagner sich gleich-sam wiederfinden und aus dem Dienst der Civilisationerlösen. Sei die griechische Musik, welche sie wolle, dieKatharsisschilderung des Aristoteles erlaubt uns denAnalogieschluss, dass sie für die Griechen dieselbe Wir-kung hatte wie für uns, d. h. dass sie also nicht herab-gesunken war zur gefälligen Kunst.