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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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scheiden: eine conventioneile Rhetorik und Erinnerungs-xnusik und eine vor allem physisch wirkende Aufregungs-musik: und so schwankt sie zwischen Trommellärm undSignalhorn einher, wie die Stimmung des Kriegers, derin die Schlacht zieht. Nun aber verlangt der durchVergleichung gebildete und an reiner Musik sich er-labende Sinn für jene beiden missbräuchlichen Tendenzender Musik eine Maskerade; es sollErinnerung undAufregung geblasen werden, aber in guter Musik, diean sich geniessbar, ja werthvoll sein muss: welche Ver-zweiflung für den dramatischen Musiker, der die grosseTrommel maskiren muss durch gute Musik, die aberdoch nichtrein musikalisch sondern nur aufregendwirken darf! Und nun kommt das grosse mit tausendKöpfen wackelnde Philister-Publicum und geniesst diesesich immer vor sich selbst schämende dramatischeMusik mit Haut und Haar, ohne etwas von ihrerScham und Verlegenheit zu merken. Vielmehr fühltes sein Fell angenehm gekitzelt: ihm wird ja gehuldigtin allen Formen und Weisen, ihm dem zerstreuungs-'süchtigen mattäugigen Genüssling, der Aufregungbraucht, ihm dem eingebildeten Gebildeten, der an gutesDrama und gute Musik wie an gute Kost sich ge-wöhnt hat, ohne übrigens viel daraus zu machen, ihmdem vergesslichen und zerstreuten Egoisten, der zumKunstwerke mit Gewalt und mit Signalhörnern zurück-geführt werden muss, weil fortwährend ihm eigen-süchtige Pläne, auf Gewinn oder Genuss gerichtet,durch den Kopf kreuzen. Wehselige dramatischeMusiker!Beseht die Gönner in der Nähe! Halb sindsie kalt, halb sind sie roh.Was plagt ihr armenThoren viel, zu solchem Zweck, die holden Musen?Und dass diese von ihnen geplagt, ja gemartert und ge-