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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
Seite
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symbolisiren sich im Tone des Sprechenden: währendsämmtliche übrigen Vorstellungen durch die Geberden-symbolik des Sprechenden bezeichnet werden. Insofernjener Urgrund in allen Menschen derselbe ist, ist auchder Tonuntergrund der allgemeine und über die Ver-schiedenheit der Sprachen hinaus verständliche. Aus ihmentwickelt sich nun die willkürlichere und ihrem Funda-ment nicht völlig adäquate Geberdensymbolik: mit derdie Mannigfaltigkeit der Sprachen beginnt, deren Viel-heit wir gleichnissweise als einen strophischen Text aufjene Urmelodie der Lust- und Unlustsprache ansehendürfen. Das ganze Bereich des Consonantischen undVocalischen glauben wir nur unter die Geberdensymbolikrechnen zu dürfen Consonanten und Vocale sind ohneden vor allem nöthigen fundamentalen Ton nichts alsStellungen der Sprachorgane, kurz Geberden; sobaldwir uns das Wort aus dem Munde des Menschen hervor-quellen denken, so erzeugt sich zu allererst die Wurzeldes Wortes und das Fundament jener Geberdensymbolik,der Tonuntergrund, der Wiederklang der Lust- undUnlustempfindungen. Wie sich unsre ganze Leiblichkeitzu jener ursprünglichsten Erscheinungsform, demWillenverhält, so verhält sich das consonantisch-vocalische Wortzu seinem Tonfundamente.

Diese ursprünglichste Erscheinungsform, derWille,mit seiner Scala der Lust- und Unlustempfindungen,kommt aber in der Entwicklung der Musik zu einemimmer adäquateren symbolischen Ausdruck: als welchemhistorischen Process das fortwährende Streben derLyrik nebenher läuft, die Musik in Bildern zu um-schreiben: wie dieses Doppelphänomen, nach der soebengemachten Ausführung, in der Sprache uranfänglich*vorgebildet liegt.