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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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In der Vielheit der Sprachen giebt sich sofort dieThatsache kund, dass Wort und Ding sich nicht voll-ständig und nothwendig decken, sondern dass das Wortein Symbol ist. Was symbolisirt aber das Wort? Dochgewiss nur Vorstellungen, seien dies nun bewusste oder,der Mehrzahl nach, unbewusste: denn wie sollte ein Wort-Symbol jenem innersten Wesen, dessen Abbilder wirselbst, sammt der Welt, sind, entsprechen? Nur alsVorstellungen kennen wir jenen Kern, nur in seinenbildlichen Äusserungen haben wir eine Vertrautheit mitihm: ausserdem giebt es nirgends eine directe Brücke,die uns zu ihm selbst führte. Auch das gesammte Trieb-leben, das Spiel der Gefühle Empfindungen AffecteWillensacte, ist uns wie ich hier gegen Schopenhauereinschalten muss bei genauester Selbstprüfung nurals Vorstellung, nicht seinem Wesen nach, bekannt: undwir dürfen wohl sagen, dass selbst derWille Schopen-hauers nichts als die allgemeinste Erscheinungsform einesuns übrigens gänzlich Unentzifferbaren ist. Müssen wiruns also schon in die starre Nothwendigkeit fügen,nirgends über die Vorstellungen hinauszukommen, sokönnen wir doch wieder im Bereich der Vorstellungenzwei Hauptgattungen unterscheiden. Die einen offen-baren sich uns als Lust- und Unlustempfindungen undbegleiten als nie fehlender Grundbass alle übrigen Vor-stellungen. Diese allgemeinste Erscheinungsform, aus derund unter der wir alles Werden und alles Wollen einzigverstehen und für die wir den NamenWille festhaltenwollen, hat nun auch in der Sprache ihre eigne symbo-lische Sphäre: und zwar ist diese für die Sprache ebensofundamental, wie jene Erscheinungsform für alle übrigenVorstellungen. Alle Lust- und Unlustgrade Äusse-rungen eines uns nicht durchschaubaren Urgrundes