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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
Seite
208
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Moment geboren und sich völlig im kleinsten Atomedeckend. Es giebt nichts Innerliches, dem kein Äusser-liches entspräche.

Somit entspricht jedem Atom seine Seele. Dasheisst alles Vorhandne ist in doppelter Weise Vor-stellung: einmal als Bild, dann als Bild des Bildes.

Leben ist jenes unablässige Erzeugen dieser doppel-ten Vorstellungen: der Wille ist und lebt allein. Dieempirische Welt erscheint nur, und wird.

Künstlerisch ist dies vollkommne Sichdecken vonInnerem und Äusserem in jedem Moment.

Im Künstler waltet die Urkraft durch die Bilderhindurch, sie ist es, die da schafft. Auf diese Momenteist es bei der Weltschöpfung abgesehn: jetzt giebt esein Bild des Bildes des Bildes? (?) Der Wille brauchtden Künstler, in ihm wiederholt sich der Urprocess.

Im Künstler kommt der Wille zur Entzückung derAnschauung. Hier ist erst der Urschmerz völlig vonder Lust des Anschauens überwogen.

Ich glaube an die Unverständigkeit des Willens.Die Projectionen sind lebensfähig nach unendlicher Müheund zahllosen misslungenen Experimenten. Der Künstlerwird nur hier und da erreicht.

156.

Was ist das für eine Fähigkeit, die zu improvi-siren aus einem fremden Charakter heraus? Voneinem Nachahmen ist doch nicht die Rede: denn nichtdie Überlegung ist der Ursprung solcher Improvisationen.Wirklich ist zu fragen: wie ist eine Einkehr in fremdeIndividualität möglich?