Druckschrift 
9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
Seite
207
Einzelbild herunterladen
 

207

I 54-

Sonderbare Schwärmer, die im Absterben derMenschheit das Heil und Ziel des Willens sehen!

J 55-

Es ist die Natur jedes Menschen, soweit in der An-schauung zu steigen als er kann. Diese Entwicklungist mit der Vorstellung der Freiheit verknüpft: als ob erauch anders könnte!

Dass der Mensch aber steigen kann, dies ergiebt,dass er in keinem Moment derselbe ist, wie auch seinLeib ein Werden ist. Es ist allein der eine Wille: derMensch ist eine in jedem Moment geborene Vorstellung.Was ist Festigkeit des Charakters? Eine Thätigkeit desanschauenden Willens, ebenso sehr wie Bildungsfähigkeiteines Charakters.

Und so ist unser Denken nur ein Bild des Ur-Intellects, ein Denken durch die Anschauung des einenWillens entstanden, der sich seine Visionsgestalt denkenddenkt. Wir schauen das Denken an wie den L§ibweil wir Wille sind.

Die Dinge, die wir im Traum anrühren, sind auchfest und hart. So ist unser Leib und die ganze em-pirische Welt für den anschauenden Willen fest und hart.Somit sind wir dieser eine Wille und dieses eine An-schauende.

Es scheint aber, dass unsre Anschauung nur die Ab-bildung *der einen Anschauung ist, d. h. nichts als einein jedem Moment erzeugte Vision der einen Vorstellung.

Die Einheit zwischen dem Intellect und der em-pirischen Welt ist die prästabilirte Harmonie, in jedem