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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Im Werden muss auch das Geheimniss desSchmerzes ruhen. Wenn jede Welt des Moments eineneue ist, woher da die Empfindung und der Schmerz?

Es giebt nichts in uns, was auf das Ur-Eine zurück-zuführen wäre.

Der Wille ist die allgemeinste Erscheinungsform:d. h. der Wechsel von Schmerz und Lust: Voraussetzungder Welt, als der fortwährenden Heilung vom Schmerzdurch die Lust des reinen Anschauens. Das All-Eineleidet und projicirt zur Heilung den Willen, zur Er-reichung der reinen Anschauung. Das Leid, die Sehn-sucht, der Mangel als Urquell der Dinge. Das wahrhaftSeiende kann nicht leiden? Der Schmerz ist das wahr-hafte Sein d. h. Selbstempfindung.

Der Schmerz, der Widerspruch ist das wahr-hafte Sein. Die Lust, die Harmonie ist der Schein.

152.

Einfluss der Kunst, die uns eine Zeit im Leben fest-hält Atli, dem die Schlangen zuhören. Wenn ihmdas Saitenspiel entsinkt, so tödten ihn die Schlangen.

153 .

Das Ineinander von Leid und Lust im Wesen derWelt ist es, von dem wir leben. Wir sind nur Hülsenum jenen unsterblichen Kern.

Insofern durch Vorstellung der Urschmerz gebrochenwird, ist unser Dasein selbst ein fortwährender künst-lerischer Act. Das Schaffen des Künstlers ist somitNachahmung der Natur im tiefsten Sinne.