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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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der Erscheinungen vorhanden sein. Insofern er eine adä-quate Spiegelung des Ur-Einen ist, ist er das Bild desWiderspruchs und das Bild des Schmerzes. Jede Er-scheinung ist nun zugleich das Ur-Eine selbst: allesLeiden, Empfinden ist Ur-Leiden, nur durch die Er-scheinung gesehen, localisirt, im Netz der Zeit. UnserSchmerz ist ein vorgestellter: unsre Vorstellungbleibt immer bei der Vorstellung hängen. Unser Lebenist ein vorgestelltes Leben. Wir kommen keinenSchritt weiter. Freiheit des Willens, jede Activität istnur Vorstellung. Also ist auch das Schaffen des GeniusVorstellung. Diese Spiegelungen im Genius sindSpiegelungen der Erscheinung, nicht mehr des Ur-Einen: als Abbilder des Abbildes sind es die reinstenRuhemomente des Seins. Das wahrhaft Nichtseiendedas Kunstwerk. Die anderen Spiegelungen sind nur dieAussenseite des Ur-Einen. Das Sein befriedigtsich im vollkommnen Schein.

148.

Das Individuum, der intellegible Charakter istnur eine Vorstellung des Ur-Einen. Charakter istkeine Realität, sondern nur eine Vorstellung: sie ist insBereich des Werdens gezogen und hat deshalb eineAussenseite, den empirischen Menschen.

Der Genius ist die sich selbst vernichtende Er-scheinung. Serpens nisi serpentem comederit, non fitdraco.

149.

In den grossen Genien und Heiligen kommt derWille zu seiner Erlösung.