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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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202
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träumen kann, ahnen kann, Vorstellungen und Phantasie-bilder hat. Der Zweck der Natur in diesem schönenLächeln seiner Erscheinungen ist die Verführung andererIndividuen zum Dasein. Die Pflanze ist die schöne Weltdes Thieres, die gesammte Welt die des Menschen, dasGenie die schöne Welt des Urwillens selbst. Die Schö-pfungen der Kunst sind das höchste Lustziel desWillens.

Jede griechische Statue kann belehren, dass dasSchöne nur Negation ist.

Den höchsten Genuss hat der Wille bei der diony-sischen Tragödie, weil hier selbst das Schreckensgesichtdes Daseins durch ekstatische Erregungen zum Weiter-leben reizt.

144.

Das Schöne in jeder Kunst beginnt erst, wo dasrein Logische überwunden wird. Z. B. zeigt die Ent-wicklung der Harmonie eine solche Durchbrechung desphysiologisch Schönen zu einem höheren Schönen, eineimmer entfleischtere Form des Schönen.

145 -

Schönheit tritt ein, wenn die einzelnen Triebe einmalparallel laufen, aber nicht gegen einander. Dies ist einGenuss für den Willen.

146.

Die platonische Idee ist das Ding mit der Negationdes Triebes, oder dem Schein der Negation des Triebes.

Der Wohlklang beweist, wie richtig der Satz vonder Negativität ist.

db