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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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zum Beispiel die schillersche Dichtung, zu unsrer Rührungund Erhebung, auf neue Bahnen hin und ist somitJo-hannes der Vorläuferall Volk der Welt zu taufen.

124.

Wer die Lust einer anschaulichen Erkenntniss ansich erfahren hat und merkt, wie diese in einem weitenRinge die ganze Welt der Erscheinungen zu umfassensucht, der wird von da an keinen Stachel, der zum Da-sein treiben könnte, heftiger empfinden, als die Begierde,jene Eroberung zu vollenden und das Netz undurch-dringbar fest zu spinnen. Einem so Gestimmten erscheintdann das Bild des platonischen Sokrates als der Lehrereiner ganz neuen Form der Daseinsseligkeit.

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Der theoretische Genius als Vernichter der hellenisch-apollinischen Kunst: dagegen die Weltbilder der Philo-sophie und des Christenthums, überhaupt der instinctivenMächte: aus den Ruinen der zerstörten Kunst blüht dieMystik.

Gegen die Wahnvorstellungen: neue Weltbilder ent-gegengestellt, die dann wieder logisch zersetzt werdenund zu neuen Schöpfungen auffordern. Immer soliderdie Grundlage, immer vorsichtiger der Bau, immer grössereDenkcomplexe arbeiten zusammen, dies die Weltmissiondes Hellenischen und des Sokrates. Scheinbar wird jader Mythus immer mehr ausgeschlossen. In Wahrheitwird der Mythus immer tiefsinniger und grossartiger,weil die erkannte Gesetzmässigkeit immer grossartigerwird. Man wird zur mystischen Conception gedrängt.