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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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182
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nöthigt und andrerseits den theoretischen Menschen vondem sicheren, eben errungenen Boden zum Kribskrabsder Imagination so verführerisch wegtreibt? Warumdieser Sprung ins Bodenlose? Wir haben uns hier zuerinnern, dass der Intellect nur ein Organ des Willensist und somit in allem seinem Wirken auf das Dasein, mitnothwendiger Gier, hindrängt und dass es sich bei seinemZiele nur um verschiedene Formen des Daseins, nie aberum die Frage nach Sein oder Nichtsein handeln kann. Fürden Intellect giebt es kein Nichts als Ziel, somit auchkeine absolute Erkenntniss, weil diese dem Sein gegen-über ein Nichtsein wäre. Das Leben unterstützen, zumLeben verführen, ist demnach die jeder Erkenntniss zuGrunde liegende Absicht, das unlogische Element, welchesals der Vater jeder Erkenntniss auch die Grenzen der-selben bestimmt. So mag immerhin jenes mythische,mit Phantasmen geschmückte Weltbild nur als Über-treibung einer kleinen wissenschaftlichen Einzelerkennt-niss erscheinen: in Wahrheit ist es der treibende Grunddieser Erkenntniss; wenn auch dieser Process vom Be-wusstsein nicht erfasst werden kann, das immer nurempirisch, nach lauter Erfahrungssätzen zu urtheilen ge-zwungen ist und über Grund und Folge überhaupt nurdas Verkehrte uns sagen kann.

123.

(Schliesst an Geb. d. Trag. Kap. 15.)

Unter diesem hin- und herwogenden Kampf ist dieneuere Kunst geboren, und sie trägt als das Abzeichendieser Kämpfe gewöhnlich densentimentalischen Cha-rakter und hat ihr höchstes Ziel erreicht, wenn sie imStande ist, dieIdylle zu schaffen. Ich bin nicht im