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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
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Fragmente der nicht ausgeführten letztenTheile der ursprünglichen Disposition.

(§ 2326.Kunst und Wissenschaft. § 2730.Die Metaphysikder Kunst. Die vorhergehenden Theile: § 1618Die tragischenMasken; § 1922Der Tod der Tragödie sind in die Geb. d. Trag.Kap. 915 übergegangen).

(Winter 1870/71.)

120.

Inhalt der Abhandlung.

Zwei Grundtriebe der hellenischen Kunst sind erkenn-bar, der apollinische und der dionysische. Sie vereinigensich, um eine neue Kunstform, die des tragischen Ge-dankens, zu erzeugen. Diesem höchsten Kunstziel dientder hellenische Wille in seinen Erscheinungen als Gesell-schaft Staat Weib Orakel. Jene Doppelnatur liegt aufdem Gesicht der tragischen Masken und überhaupt derTragödie ausgeprägt. Der welcher sie im Drama ver-nichtete, Euripides, folgt darin dem dämonischen Einflüssedes Sokrates. Das Ziel der Wissenschaft, welche Sokratesinaugurirte, ist die tragische Erkenntniss als Vorbereitungdes Genius. Die neue Stufe der Kunst wurde nicht vonden Griechen erreicht: es ist die germanische Mission.Die von jener tragischen Erkenntniss herausgeforderteKunst ist die Musik. Shakespeares Verhalten zu ihr.Zweck des Erkennens somit ein ästhetischer. Mittel des

Nietzsche, Werke II.Abtheilung. Bd. IX.

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