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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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die Mysterienordnung eingesponnen hatten, war diegrösste Gefahr für die apollinische Welt beseitigt, undjetzt konnte der Staatengott, ohne Besorgniss, dassder Staat dadurch zertrümmert werde, und Dionysusihren sichtbaren Bund schliessen, zur Erzeugung desgemeinsamen Kunstwerks, der Tragödie, und zur Ver-herrlichung ihres Doppelwesens in dem tragischenMenschen. Diese Vereinigung drückt sich zum Beispielin der Empfindung des athenischen Bürgers aus, dem nurzweierlei als höchster Frevel galt: die Entweihung derMysterien und die Zerstörung der Verfassung seinesStaatswesens. Dass die Natur die Entstehung der Tra-gödie an jene zwei Grundtriebe des Apollinischen unddes Dionysischen geknüpft hat, darf uns ebenso sehr alsein Abgrund der Vernunft gelten als die Vorrichtungderselben Natur, die Propagation an die Duplicität derGeschlechter zu knüpfen: was dem grossen Kant jeder-zeit erstaunlich erschienen ist. Das gemeinsame Geh e i m -niss ist nämlich, wie aus zwei einander feindlichenPrincipien etwas Neues entstehen könne, in dem jenezwiespältigen Triebe als Einheit erscheinen: in welchemSinne die Propagation ebenso sehr als das tragischeKunstwerk als eine Bürgschaft der Wiedergeburt desDionysus gelten darf, als ein Hoffnungsglanz auf demewig trauernden Antlitz der Demeter.