stärksten Speer, der gegen das Dasein selbst gerichtetist, umbiegt und zerbricht. Für die grosse Menge geltenganz andere Lockmittel oder Drohungen: dahin gehörtder Glaube, dass die Uneingeweihten nach dem Todeim Schlamm liegen werden, während die Eingeweihteneiner seligen Fortexistenz gewärtig sein dürfen. Tief-sinniger sind schon andre Bilder, in denen das Daseinin diesem Leben als ein Gefängniss, der Leib als einGrabmal der Seele angeschaut wurde. Nun aber kommendie eigentlichen dionysischen Mythen von unvergäng-lichem Gehalt, die wir als den Unterboden des ganzenhellenischen Kunstlebens zu betrachten haben: *)wie derzukünftige Weltherrscher als Kind von den Titanen zer-stückelt wird und wie er jetzt in diesem Zustande alsZagreus zu verehren ist. Dabei wird ausgesprochen,dass diese Zerreissung, das eigentliche dionysische Leiden,gleich einer Umwandlung in Luft Wasser Erde und Ge-stein Pflanze und Thier sei; wonach also der Zustand derIndividuation als der Quell und Urgrund alles Leidens,als etwas an sich Verwerfliches erscheint. Aus demLächeln des Phanes sind die olympischen Götter, ausseinen Thränen die Menschen geschaffen. In jenem Zu-stand hat Dionysus die Doppelnatur eines grausamen,verwilderten Dämons und eines milden Herrschers (alsayQiojvLog und dfitjattfg und j uiXlyiog). Diese Natur offen-bart sich in so schrecklichen Anwandlungen, wie in jenerForderung des Wahrsagers Euphrantides vor der Schlachtbei Marathon, man müsse dem Dionysus aygicoviog diedrei Schwestersöhne des Xerxes, drei schöne und glänzendgeschmückte Jünglinge zum Opfer bringen: dies alleinsei die Bürgschaft des Sieges. Die Hoffnung der Epopten
Von *) bis *) Vorstufe von Geb. d. Trag. p. 73 t.