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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Mysterien gleichsam eingesponnen: es ist derselbe Trieb,der hier und dort waltet, dieselbe Weisheit, die hier unddort kund gethan wird. Wer möchte diesen Untergrunddes hellenischen Wesens in seinen Kunstdenkmälernverkennen! Jene stille Einfalt und edle Würde, dieWinckelmann begeisterte, bleibt etwas Unerklärliches,wenn man das in der Tiefe fortwirkende metaphysischeMysterienwesen ausser Acht lässt. Hier hatte der Griecheeine unerschütterliche gläubige Sicherheit, während ermit seinen olympischen Göttern in freierer Weise, baldspielend bald zweifelnd umgieng. Darum galt ihm auchdie Entweihung der Mysterien als das eigentliche Car-dinalverbrechen, das ihm selbst noch furchtbarer erschienals die Auflösung des Demos.

Hier ist ohne weiteres klar, dass nur eine ganzkleine Schaar von Auserwählten in die höchsten Gradeeingeweiht werden kann, und dass die grosse Masse ewigin den Yorhöfen stehen bleiben wird: ebenso, dass ohnejene Epopten der letzten Weisheit der Zweck der ehr-würdigen Institution völlig unerreicht bleibt, währendjeder der andern Eingeweihten, im Streben nach einempersönlichen Glück oder einer individuellen Aussicht aufein schönes Weiterleben, somit im egoistischen Drangeauf der Stufe der Erkenntnisse muthig vorwärts schreitet,bis er stehn bleiben muss, dort wo sein Auge denschrecklichen Glanz der Wahrheit nicht mehr verträgt.An dieser Grenze scheiden sich nun die Einzelnen aus,die, um sich wenig besorgt, von einem schmerzlich vor-wärts treibenden Stachel in jene fressende Helle hinein-geführt werden um dann mit verklärten Blicken zu-rückzukehren, als ein Triumph des dionysischen Willens,der durch einen wundervollen Wahn auch noch diedaseinverneinende letzte Spitze seiner Erlcenntniss, den