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Apollo dann wieder in der bekannten Gestalt des„Einzelnen“: als „blinder Sänger“ oder „blinder Seher“:die Blindheit ist hier durchaus als Symbol jener Ver-einzelung zu verstehen. Und so sorgte Apollo, durchsolche ehrwürdige Spiegelungen des „Einzelnen“ in dergrauen Volksvergangenheit dafür, dass der Blick derMenge für die Erkenntniss des „Einzelnen“ in der Gegen-wart geschärft blieb, wie er andererseits rastlos bemühtwar, durch neue Configurationen neue Einzelne zu er-zeugen und durch wundersame Vorzeichen um sie herumeinen schützenden Bann zu ziehen.
§ 15. Alle diese apollinischen Zurüstungen haben etwasvom Charakter der Mysterien an sich. Niemand weiss,für wen das ungeheure Schauspiel von kämpfendenStaaten, niedergetretenen Bevölkerungen, mühsam sichbildenden Volksmengen eigentlich aufgeführt wird, jaes bleibt selbst im. Dunkel, ob man Mitspielender oderZuschauer ist. Und so werden die Einzelnen aus allenjenen ringenden vorwärtsdrängenden Schaaren vonunsichtbarer Hand herausgeführt, in einer geheimniss-vollen Absicht. Während aber der apollinische Einzelnevor nichts so sehr gehütet wird als vor der entsetz-lichen Erkenntniss, dass jenes Wirrsal von leidenden undsich zerfleischenden Wesen in ihm sein Ziel und seinenZweck habe, benutzt der dionysische Wille geradediese Erkenntniss, um seine Einzelnen zu einer nochhöheren Stufe zu bringen und sich in ihnen zu verherr-lichen. Und so läuft neben jener durchaus verschleiertenapollinischen Mysterienordnung eine dionysische neben-her, das Symbol einer nur für wenige Einzelne enthüll-baren Welt, von der aber doch vor Vielen durch eineBildersprache gesprochen werden konnte. Jener Ver-zückungsrausch der dionysischen Orgien hat sich in den