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Consolidation des Staates bestimmt: in ungeordneten undmehr willkürlichen Zuständen, wo die Laune oder dieLeidenschaft des einzelnen Mannes ganze Stämme mitsich fortreisst, tritt das Weib dann plötzlich als warnendeProphetin auf. Aber auch in Griechenland gab es einenie schlummernde Sorge: dass nämlich der furchtbarüberladene politische Trieb die kleinen Staatswesen inStaub und Atome zersplittere, bevor sie ihre Ziele irgend-wie erreichten. Hier schuf sich der hellenische Willeimmer neue Werkzeuge, aus denen er schlichtend, mässi-gend, warnend redete: vor allem aber ist es die Pythia,in der sich die Kraft des Weibes, den Staat zu compen-siren, so laut wie nie wieder offenbarte. Dass ein so inkleine Stämme und Stadtgemeinden zerspaltenes Volkdoch im tiefsten Grunde ganz war und in der Zerspal-tung nur die Aufgabe seiner Natur löste, dafür bürgt jenewunderbare Erscheinung der Pythia und des delphischenOrakels: denn immer, so lange das griechische Wesennoch seine grossen Kunstwerke schuf, sprach es auseinem Munde und als eine Pythia. Hierbei könnenwir die ahnende Erkenntniss nicht zurückhalten, dassdie Individuation für den Willen eine grosse Noth ist,und dass er, um jene Einzelnen zu erreichen, die un-geheuerste Stufenleiter von Individuen braucht. Aller-dings schwindelt uns bei der Erwägung, ob vielleicht derWille, um zur Kunst zu kommen, sich in diese Welten,Sterne, Körper und Atome ausgegossen hat: mindestensmüsste uns dann klar werden, dass die Kunst nicht fürdie Individuen, sondern für den Willen selbst nothwendigist: eine erhabene Aussicht, auf die einen Blick zu werfenuns noch einmal von einer andern Stelle erlaubt sein wird.
Inzwischen kehren wir zu den Griechen zurück, umuns zu sagen, wie lächerlich der moderne Nationa-