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dass der Staat nicht auf der Furcht vor dem Kriegs-dämon, als Schutzanstalt egoistischer Einzelner, gegründetist, sondern in Vaterlands- und Fürstenliebe einen ethischenSchwung aus sich erzeugt, der auf eine viel höhere Be-stimmung hinweist. Wenn ich also als gefährlichesCharakteristicum der politischen Gegenwart die Verwen-dung der Revolutionsgedanken im Dienste einer eigen-süchtigen staatlosen Geldaristokratie bezeichne, wenn ichdie ungeheure Verbreitung des liberalen Optimismus zu-gleich als Resultat der in sonderbare Hände gerathenenmodernen Geldwirthschaft begreife und alle Übel dersocialen Zustände, sammt dem noth wendigen Verfall derKünste, entweder aus jener Wurzel entkeimt oder mitihr verwachsen sehe: so wird man mir einen gelegentlichanzustimmenden Päan auf den Krieg zu gute haltenmüssen. Fürchterlich erklingt sein silberner Bogen: undkommt er gleich daher wie die Nacht, so ist er dochApollo, der rechte Weihe- und Reinigungsgott des Staates.Zuerst aber, wie es im Beginne der Ilias heisst, schnellter den Pfeil auf die Maulthiere und Hunde. Sodanntrifft er die Menschen selbst, und überall lodern die Holz-stösse mit Leichnamen. So sei es denn ausgesprochen,dass der Krieg für den Staat eine ebensolche Noth-wendigkeit ist, wie der Sklave für die Gesellschaft: undwer möchte sich diesen Erkenntnissen entziehn können,wenn er sich ehrlich nach den Gründen der unerreichtengriechischen Kunstvollendung fragt?
Wer den Krieg und seine uniformirte Möglichkeit,den Soldatenstand, in Bezug auf das bisher geschilderteWesen des Staates betrachtet, muss zu der Einsicht kom-men, dass durch den Krieg und im Soldatenstande unsein Abbild, oder gar vielleicht das Urbild des Staatesvor Augen gestellt wird. Hier sehen wir, als allgemeinste