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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
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ist, dass der Boden, aus dem sie allein erwachsen können,nicht durch Erdbeben zerrissen und in seiner Fruchtbar-keit gehemmt wird. Damit der Künstler entstehen kann,brauchen wir jenen drohnenartigen, der Sklavenarbeitenthobenen Stand: damit das grosse Kunstwerk entstehenkönne, brauchen wir den concentrirten Willen jenesStandes, den Staat. Denn nur dieser, als magischeKraft, kann die egoistischen Einzelnen zu den Opfernund Vorbereitungen zwingen, die eine Verwirklichunggrosser Kunstpläne voraussetzt: wozu fast zu allererstdie Erziehung des Volkes gehört, deren Ziel die Einsichtin die Exemption jener Einzelnen ist, zusammen mit derWahnvorstellung, als ob die Menge selbst durch ihreTheilnahme, ihr Urtheil, ihre Bildung die Entfaltung jenerGenien zu fördern habe. Hier sehe ich überall nur dieWirkung eines Willens, der um sein Ziel, seine eigneVerherrlichung in Kunstwerken, zu erreichen, zahlreichein einander verschlungene Wahngebilde über die Augenseiner Geschöpfe legt, die bei weitem mächtiger sind alsselbst die verständige Einsicht, dass man getäuscht ist.Je stärker aber der politische Trieb ist, um so mehr istdie continuirliche Abfolge von Genien garantirt.

Die Griechen aber' haben wir uns, im Hinblick aufdie einzige Sonnenhöhe ihrer Kunst, schon a priori alsdiepolitischen Menschen an sich zu construiren; undwirklich kennt die Geschichte kein zweites Beispiel einerso furchtbaren Entfesselung des politischen Triebes, einerso unbedingten Hinopferung aller anderen Interessen imDienste dieses Staateninstinctes höchstens dass manvergleichungsweise und aus ähnlichen Gründen dieMenschen der Renaissance in Italien mit einem gleichenTitel auszeichnen könnte. So überladen ist bei denGriechen jener Trieb, dass er immer von neuem wieder