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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Völkerhass! Der Staat, von schmählicher Geburt, für diemeisten Menschen eine fortwährend fliessende Quelle derMühsal, in häufig wiederkommenden Perioden die fres-sende Fackel des Menschengeschlechts und dennochein Klang, bei dem wir uns vergessen, ein Schlachtruf,der zu zahllosen wahrhaft heroischen Thaten begeisterthat, vielleicht der höchste und ehrwürdigste Gegenstandfür die blinde und egoistische Masse, die auch nur inden ungeheuren Momenten des Staatslebens den befremd-lichen Ausdruck von Grösse auf ihrem Gesichte hat!§n. Die Pflanze, die es im rastlosen Kampfe um dasDasein nur zu verkümmerten Blüthen bringt, blickt uns,nachdem sie durch ein glückliches Verhängniss diesemKampfe enthoben ist, plötzlich mit dem Auge der Schön-heit an. Was die Natur mit diesem überall und sofortdurchbrechenden Willen der Schönheit uns zu sagen hat,das ist erst an späterer Stelle zu besprechen: hier genügeuns, auf diesen Trieb selbst aufmerksam gemacht zuhaben, weil wir aus ihm etwas über den Zweck des

Staates zu lernen haben. Die Natur strengt sich an,zur

. /Schönheit zu kommen: ist diese irgendwo erreicht, dann

sorgt sie für die Fortpflanzung derselben: wozu sie einenhöchst künstlichen Mechanismus zwischen Thier- undPflanzenwelt braucht, wenn es gilt die schöne einzelneBlüthe zu perpetuiren. Einen ähnlichen, noch viel künst-licheren Mechanismus erkenne ich im Wesen des Staates,der mir auch, seinem letzten Zweck nach, eine Schutz-und Pflegeanstalt für Einzelne, für den Genius zu seinscheint, so wenig auch der grausame Ursprung und dasbarbarische Gebahren desselben auf solche Ziele hindeutet.Auch hier haben wir zwischen einem Wahnbilde zuunterscheiden, das wir mit Gier zu erreichen suchen, undeinem wirklichen Zwecke, den der Wille durch uns, viel-