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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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sinnigen Umfriedung seines engen Daseins wie er-hebend und wie vorwurfsvoll!

§ io. Wer nun über die Configuration der Gesellschaftnicht ohne Schwermuth nachdenken kann, wer sie alsdie fortwährende schmerzhafte Geburt jener eximirtenCulturmenschen zu begreifen gelernt hat, in deren Dienstsich alles andere verzehren muss, der wird auch vonjenem erlogenen Glanze nicht mehr getäuscht werden,den die Neueren über Ursprung und Bedeutung desStaates gebreitet haben. Was nämlich kann uns derStaat bedeuten, wenn nicht das Mittel, mit dem jenervorhin geschilderte Gesellschaftsprocess in Fluss zu bringenund in seiner ungehemmten Fortdauer zu verbürgen ist?Mag der Trieb zur Geselligkeit in den einzelnen Menschenauch noch so stark sein, erst die eiserne Klammer desStaates zwängt die grösseren Massen so aneinander, dassjetzt jene chemische Scheidung der Gesellschaft, mit ihremneuen pyramidalen Aufbau, vor sich gehen muss. Woheraber entspringt diese plötzliche Macht des Staates, dessenZiel weit über die Einsicht und über den Egoismus desEinzelnen hinausliegt? Wie entstand der Sklave, derblinde Maulwurf der Cultur? Die Griechen haben es unsin ihrem völkerrechtlichen Instincte verrathen, der, auchin der reifsten Fülle ihrer Gesittung und Menschlichkeit,nicht auf hörte, aus erzenem Munde solche Worte aus-zurufen:dem Sieger gehört der Besiegte, mit Weib undKind, Gut und Blut. Die Gewalt giebt das erste Recht,und es giebt kein Recht, das nicht in seinem Funda-mente Anmaassung ( Usurpation ( Gewalt ist.

Hier sehen wir wiederum, mit welcher mitleidlosenStarrheit die Natur, um zur Gesellschaft zu kommen, sichdas grausame Werkzeug des Staates schmiedet näm-lich jenen Eroberer mit der eisernen Hand, der nichts