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es wirklich zu einer rechten Werdelust der Kunstkommen soll.
Wir Neueren haben vor den Griechen zwei Begriffevoraus, die gleichsam als Trostmittel einer durchaussklavisch sich gebahrenden und dabei das Wort „Sklave“ängstlich scheuenden Welt gegeben sind: wir reden vonder „Würde des Menschen“ und von der „Würde derArbeit“. Alles quält sich, um ein elendes Leben elendzu perpetuiren; diese furchtbare Noth zwingt zu ver-zehrender Arbeit, die nun der vom „Willen“ verführteMensch (oder, richtiger, menschliche Intellect) gelegent-lich als etwas Würdevolles anstaunt. Damit aber dieArbeit einen Anspruch auf ehrende Titel habe, wäre esdoch vor allem nöthig, dass das Dasein selbst, zu dem siedoch nur ein qualvolles Mittel ist, etwas mehr Würdeund Werth habe, als dies ernst meinenden Philosophienund Religionen bisher erschienen ist. Was dürfen wiranders in der Arbeitsnoth aller der Millionen finden alsden Trieb, um jeden Preis dazusein, denselben allmäch-tigen Trieb, durch den verkümmerte Pflanzen ihre Wurzelnin erdloses Gestein strecken!
Aus diesem entsetzlichen Existenz-Kampfe könnennur die Einzelnen auftauchen, die nun sofort wieder durchdie edeln Wahnbilder der künstlerischen Cultur beschäftigtwerden, damit sie nur nicht zum praktischen Pessimismuskommen, den die Natur als die wahre Unnatur ver-abscheut. In der neueren Welt, die, zusammengehaltenmit der griechischen, zumeist nur Abnormitäten undCentauren schafft, in der der einzelne Mensch, gleichjenem fabelhaften Wesen im Eingänge der horazischenPoetik, aus Stücken bunt zusammengesetzt ist, zeigtsich oft an demselben Menschen zugleich die Gier desExistenz-Kampfes und des Kunstbedürfnisses: aus welcher