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auges ist. Wie für dieses der Genius die Spitze derPyramide des Scheins ist, so darf uns wiederum dastragische Kunstwerk als Spitze der unserm Auge erreich-baren Kunstpyramide gelten.
Wir, die wir genöthigt sind, alles unter der Formdes Werdens, das heisst als Willen zu verstehn, ver-folgen jetzt die Geburt der drei verschiedenartigen Ge-nien in der uns allein bekannten Erscheinungswelt: wiruntersuchen, welche wichtigsten Vorbereitungen der„Wille“ braucht, um zu ihnen zu gelangen. Dabei habenwir alle Gründe, diesen Nachweis an der griechischenW eit zu geben, die über jenen Process einfach und aus-drucksvoll, wie dies ihre Art ist, zu uns redet.
Falls wirklich der Genius Zielpunkt und letzte Ab- § 8 -sicht der Natur ist, so muss nun jetzt auch nachweisbarsein, dass in den anderen Erscheinungsformen des helleni-schen Wesens nur noth wendige Hülfsmechanismen undVorbereitungen jenes letzten Zieles zu erkennen sind.Dieser Gesichtspunkt zwingt uns, vielberufene Zuständedes Alterthums, über die noch kein neuerer Mensch mitSympathie gesprochen hat, auf ihre Wurzeln hin zuuntersuchen: wobei sich ergeben wird, dass diese Wurzelnes gerade sind, aus denen der wunderbare Lebensbaumder griechischen Kunst einzig erwachsen konnte. Esmag sein, dass uns diese Erkenntniss mit Schauder erfüllt:gehört doch dieser Schauder fast zu den nothwendigenWirkungen jeder tieferen Erkenntniss. Denn die Naturist auch, wo sie das Schönste zu erschaffen angestrengtist, etwas Entsetzliches. Diesem ihren' Wesen ist es ge-mäss, dass die Triumphzüge der Cultur nur einer un-glaublich geringen Minderheit von bevorzugten Sterb-lichen zu gute kommen, dass dagegen der Sklaven-dienst der grossen Masse eine Nothwendigkeit ist, wenn
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