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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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2. Ausführung des zweiten Theils der ursprünglichenDisposition, vgl. S. 85.

(§ 8. Der griechische Sklave und die Arbeit. § 9. Grausamkeit imWesen der Individuation. § 10. Der griechische Staat. §11. Staat undGenius. §12. Der platonische Staat. §13. Das griechische Weib. §14. DiePythia. § 15. Die Mysterien. § 815 zusammengefasst:Die Mitteldes hellenischen Willens, um sein Ziel, den Genius, zu erreichen.)

Wem nun durch die bisher gegebene Charakteristikder Sinn für die beiden entgegengesetzten und dochzusammengehörigen Welten des Apollinischen und desDionysischen erschlossen ist, der wird jetzt eine Stufeweiter gehn und, vom Standpunkte jener Erkenntniss aus,das hellenische Leben in seinen wichtigsten Er-scheinungen als Vorbereitung für die höchsten Äusse-rungen jener Triebe, für die Geburt des Genius, er-fassen. Während wir uns nämlich jene Triebe als Natur-gewalten ausser allem Zusammenhang mit gesellschaft-lichen staatlichen und religiösen Ordnungen und Sittendenken müssen, deren Hervorheben im Gegentheil allejene Ordnungen und Sitten zum Schein aufhebt indem Traumzustand und im dionysischen Rausche: giebtes nun noch eine viel künstlichere und überlegter vor-bereitete, gleichsam indirecte Offenbarung jener Triebe,durch den einzelnen Genius, über dessen Natur undhöchste Bedeutung ich mir jetzt eine halb mystischeBilderrede gestatten werde.

Der Mensch und der Genius stehn sich insoferngegenüber, als der erste durchaus Kunstwerk ist, ohnesich dessen bewusst zu werden, weil die Befriedigung anihm als einem Kunstwerk gänzlich einer andern Erkennt-niss- und Betrachtungs-Sphäre angehört: in diesem Sinnegehört er zur Natur, die nichts als visionsgleiche Spie-