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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Seite
108
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einzig Mögliche. Aber was brauchen wir dann nocheinen Intellect in den Dingen vorauszusetzen? Wille,wenn damit eine Vorstellung verbunden sein muss, istauch kein Ausdruck für den Kern der Natur.

66 .

Die metaphysische Bedeutung der Welt als ein Läu-terungsprocess? Es ist doch der Wille, der sich selbstzerfleischt, der Schmerz liegt doch im Willen, der In-tellect wird durch Phantome getäuscht warum wohl?Der Wille muss doch den Intellect fürchten. DiesePhantome sind nicht zu verdrängen: weil wir handelnsollen. Das Bewusstsein ist schwach dagegen. Leidenund Wahn, der das Leid verhüllt ein nicht durch-dringendes Bewusstsein. Hier tritt die Kunst ein, hierbekommen wir instinctive Erkenntniss vom Wesen jenesLeidens und Wahns.

67.

Die meisten Menschen spüren gelegentlich, dass siein einem Netz von Illusionen hinleben. Wenige abererkennen, wie weit diese Illusionen reichen.

Von Illusionen sich nicht beherrschen lassen ist einunendlich naiver Glaube, aber es ist der intellectuelleImperativ, das Gebot der Wissenschaft. Im Aufdeckendieser Spinngewebe feiert der av&Qamog 'Üewoijtoco? undmit ihm der Wille zum Dasein ebenfalls seine Orgien: erweiss, dass die Neugier nicht zu Ende kommt und be-trachtet den wissenschaftlichen Trieb als eine der mäch-tigsten (irjyavcd zum Dasein.