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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
Seite
106
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Willensregung verständlich. Aber das Ziel ist nicht dasMotiv, das Agens der Handlung: obwohl dies der Fallzu sein scheint.

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Es ist Unsinn, die nothwendige Verbindung vonWillen und Vorstellung zu behaupten: die Vorstellungerweist sich als ein Trugmechanismus, den wir nicht imWesen der Dinge vorauszusetzen brauchen. Sobald derWille Erscheinung werden soll, beginnt dieser Mechanis-mus. Im Willen giebt es Vielheit, Bewegung nur durchdie Vorstellung: ein ewiges Sein wird erst durch dieVorstellung zum Werden, zum Willen, das heisst dasWerden, der Wille selbst als Wirkender ist ein Schein.Es giebt nur ewige Ruhe, reines Sein. Aber woher dieVorstellung? Dies ist das Räthsel. Natürlich ebenfallsvon Anbeginn, sie kann ja niemals entstanden sein. Nichtzu verwechseln ist der Vorstellungsmechanismus im sen-siblen Wesen.

Wenn aber Vorstellung bloss Symbol ist, so ist dieewige Bewegung, alles Streben des Seins nur Schein.Dann giebt es ein Vorstellendes; dies kann nicht dasSein selbst sein. Dann steht neben dem ewigen Seineine andere ganz passive Macht, die des ScheinsMysterion!

Wenn dagegen der Wille die Vielheit, das Werdenin sich enthält, so giebt es ein Ziel? Der Intellect,die Vorstellung muss unabhängig vom Werdenund Wollen sein; das fortwährende Symbolisiren hateinen Willenszweck. Der Wille selbst aber hat keineVorstellungen nöthig, dann hat er auch keinen Zweck:der nichts als eine Reproduction, ein Wiederkäuen des