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uns beruht nicht auf dem Verstehen desselben: wir ver-senken uns vielmehr in das symbolisirte Gefühl undbleiben nicht bei der Lust am Schein, beim schönenSchein stehen.
So erregt im Drama die Decoration gar nicht dieLust des Scheines, sondern wir fassen sie als Symbolund verstehen das damit an gedeutete Wirkliche. Wäch-serne Puppen und wirkliche Pflanzen sind uns hier nebenlauter gemalten ganz zulässig, zum Beweise, dass wirhier uns Wirklichkeit, nicht kunstvollen Schein vergegen-wärtigen. Wahrscheinlichkeit, nicht mehr Schönheit isthier die Aufgabe.
Was aber ist Schönheit? — «Die Rose ist schön“heisst nur: die Rose hat einen guten Schein, sie hat.etwas gefällig Leuchtendes. Über ihr Wesen soll damitnichts ausgesagt sein. Sie gefällt, sie erregt Lust, alsSchein: das heisst der Wille ist durch ihr Scheinen be-friedigt, die Lust am Dasein ist dadurch gefördert. Sieist — ihrem Scheine nach — ein treues Abbild ihresWillens: was identisch ist mit dieser Form: sie entsprichtnach ihrem Scheine der Gattungsbestimmung. Je mehrsie das thut, um so schöner ist sie: wenn sie ihrem Wesennach jener Bestimmung entspricht, so ist sie „gut“.
„Ein schönes Gemälde“ bedeutet nur: die Vorstellung,die wir von einem Gemälde haben, ist hier erfüllt: wennwir aber ein Gemälde „gut“ nennen, so bezeichnen wirunsre Vorstellung von einem Gemälde als die demWesen des Gemäldes entsprechende. Zumeist aber wirdunter einem schönen Gemälde ein Gemälde verstanden,das etwas Schönes darstellt: es ist das Urtheil der Laien.Diese geniessen die Schönheit des Stoffes; so sollen wirdie bildenden Künste im Drama geniessen, nur dass eshier nicht Aufgabe sein kann, nur Schönes darzustellen: