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Ordnung, die nur bei der Schwäche des Menschen schwererkennbar ist. Bei Sophokles ist dieser Schauer nochgrösser, weil jene Weisheit ganz unergründlich ist. Esist die. lautere Stimmung der Frömmigkeit, die ohneKampf ist, während die äschyleische fortwährend dieAufgabe hat, die göttliche Rechtspflege zu rechtfertigenund deshalb immer vor neuen Problemen stehen bleibt.Die „Grenze des Menschen“, nach der Apollo zu forschenbefiehlt, ist für Sophokles erkennbar, aber sie ist engerund beschränkter, als sie in der vordionysischen Zeit vonApollo gemeint war. Der Mangel an Erkenntniss imMenschen über sich ist das sophokleische Problem, derMangel an Erkenntniss im Menschen über die Götterdas äschyleische.
Frömmigkeit, wundersamste Maske des Lebenstriebes!Hingabe an eine vollendete Traumwelt, der die höchstesittliche Weisheit verliehen wird! Flucht vor der Wahr-heit, um sie aus der Ferne, in Wolken gehüllt, anbetenzu können! Versöhnung mit der Wirklichkeit, weil sieräthselhaft ist! Abneigung gegen die Enträthselung,weil wir keine Götter sind! Lustvolles Niederwerfen inden Staub, Glücksruhe im Unglück! Höchste Selbst-entäusserung des Menschen in seiner höchsten Äusserung!Verherrlichung und Verklärung der Schreckmittel undFurchtbarkeiten des Daseins als der Heilmittel vom Da-sein! Freudvolles Leben in der Verachtung des Lebens!Triumph des Willens in seiner Verneinung!
Auf dieser Stufe der Erkenntniss giebt es nur zweiWege, den des Heiligen und den des tragischenKünstlers: beide haben gemein, dass sie bei der hellstenErkenntniss von der Nichtigkeit des Daseins doch fort-leben können, ohne in ihrer Weltanschauung einen Risszu spüren. Der Ekel am Weiterleben wird als Mittel