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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
Seite
72
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tödtet sie sich selbst. Man kann kein Glied rühren, wennman vollkommen erst erkennen will, was zur Rührungeines Gliedes gehört. Nun ist die vollkommne Erkennt-niss unmöglich und deshalb ist auch das Handeln mög-lich. Die Erkenntniss ist eine Schraube ohne Ende: injedem Moment, wo sie eingesetzt wird, beginnt eine Un-endlichkeit: deshalb kann es nie zum Handeln kommen.Dies gilt alles nur von der bewussten Erkenntniss. Ichsterbe, sobald ich die letzten Gründe eines Athemzugesnachweisen will, bevor ich ihn thue.

Jede Wissenschaft, welche sich eine praktische Be-deutung beilegt, ist- noch nicht Wissenschaft, z. B. dieNationalökonomie.

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Der Zweck der Wissenschaft ist Weltvernichtung.Dabei geschieht es allerdings, dass die nächste Wirkungdie von kleinen Dosen Opium ist: Steigerung der Welt-bejahung. So stehen wir jetzt in der Politik in diesemStadium.

Es ist nachzuweisen, dass in Griechenland der Pro-cess im Kleinen schon vollzogen ist: obwohl diese grie-chische Wissenschaft nur wenig bedeutet.

Die Kunst hat die Aufgabe, den Staat zu vernichten.Auch das ist in Griechenland geschehen. Die Wissen-schaft löst nachher auch die Kunst auf. (Eine Zeit scheintes demnach, dass Staat und Wissenschaft Zusammengehen,Zeitalter der Sophisten unsre Zeit.)

Kriege dürfen nicht sein, damit endlich einmal dasimmer wieder neu angefachte Staatsgefühl einschlafe.