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aufgabe für den Verstand und eine Tummelstätte derkleinen, im Grunde untragischen Leidenschaften: womitsich ihr Charakter dem der neuen attischen Komödie be-deutend näherte. Die alte Tragödie war, mit ihr ver-glichen, arm an Handlung und Spannung: man kannsogar sagen, dass es auf ihren früheren Entwicklungs-stufen gar nicht auf das Handeln das Soa^a abgesehnwar, sondern auf das Leiden das nu&og. Die Handlungtrat erst hinzu, als der Dialog entstand: und alles wahr-hafte und ernste Thun wurde auch in der Blüthezeit desDramas nicht auf offner Scene vorgeführt. Was wardie Tragödie ursprünglich anders als eine objective Lyrik,ein Lied aus dem Zustande bestimmter mythologischerWesen heraus gesungen, und zwar im Kostüm derselben.Zuerst musste ein dithyrambischer Chor von zu Satyrnund Silenen verkleideteh Männern selbst zu verstehengeben, was ihn in solche Aufregung versetzt habe: erdeutete hin auf einen den Zuhörern schnell verständlichenZug aus der Kampf- und Leidensgeschichte des Dionysus.Später wurde die Gottheit selbst ein geführt, zu einemdoppelten Zwecke: einmal um persönlich von seinenAbenteuern zu erzählen, in denen er eben darinstecktund durch die sein Gefolge zu lebhaftester Theilnahmeerregt wird. Andrerseits ist Dionysus während jenerleidenschaftlichen Chorgesänge gewissermaassen das le-bende Bild, die lebende Statue des Gottes: und in derThat hat der antike Schauspieler etwas vom steinernenGast bei Mozart. Ein neuerer Musikschriftsteller machthierüber folgende richtige Bemerkung. „In unseremkostümirten Schauspieler, sagt er, tritt uns ein natürlicherMensch, den Griechen trat in der tragischen Maske einkünstlicher, wenn man will, heroisch stilisirter entgegen.Unsere tiefen Bühnen, auf denen oft an hundert Personen