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Schritt ist gethan worden, und der Zeitgenosse desselben,Aristoteles, fixirte ihn in seiner berühmten, viel ver-wirrenden, das Wesen des äschyleischen Dramas garnicht treffenden Definition.
Der erste Gedanke also beim Entwürfe einer dra-matischen Dichtung musste sein, eine Gruppe von Männernoder Frauen zu erdenken, die mit den handelnden Per-sonen eng verbunden sind: sodann mussten Anlässe ge-sucht werden, bei denen lyrisch-musikalische Massen-stimmungen zum Ausbruch kommen konnten. Der Dichtersah gewissermaassen vom Chor aus nach den Bühnen-personen, und mit ihm das athenische Publikum: wir,die wir nur das Libretto haben, sehen von der Bühneaus nach dem Chor. Die Bedeutung desselben ist nichtmit einem Gleichniss zu erschöpfen. Wenn Schlegel ihnals den „idealischen Zuschauer“ bezeichnet hat, so willdas doch nur sagen, dass der Dichter in der Art, wieder Chor die Ereignisse auffasst, zugleich andeutet, wienach seinem Wunsche sie der Zuschauer auffassen solle.Damit ist aber doch nur eine Seite richtig hervorgehoben:vor allem ist wichtig, dass der Heldenspieler durch ihnwie durch ein Schallrohr seine Empfindungen in einerkolossalen Vergrösserung dem Zuschauer zuschreit. Ob-schon eine Mehrheit von Personen, stellt er doch mu-sikalisch keine Masse vor, sondern nur ein ungeheures,mit übernatürlicher Lunge begabtes Einzelwesen. Es istnicht am Orte hinzuweisen, welcher ethische Gedanke inder unisonen Chormusik der Griechen liegt: die denstärksten Gegensatz zur christlichen Musikentwicklungbildet, in der die Harmonie, das eigentliche Symbol derMehrheit, lange Zeit so dominirt, dass die Melodie ganzerstickt war und erst wieder entdeckt werden musste.Der Chor ist es, der die Grenzen der in der Tragödie