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mit dem Nächsten und aus der gewohnten Sehlinie desMenschen. Durch die Gewohnheit des Bequemsehenswird der Sehnerv so abgestumpft, dass er den Reiz unddie Verhältnisse der Farben und Formen nur noch wiehinter einem Schleier erkennt.“ Es wird sicher erlaubtsein, etwas Analoges auch für den seltnen Genuss desDramas zu beanspruchen: es kommt den Bildern undden Dramen zu Gute, die mit etwas ungewohnter Flaltungund Empfindung angeschaut werden: wenn damit auchnoch nicht die altrömische Sitte, im Theater zu stehen,anempfohlen werden soll.
Wir haben bis jetzt nur den Schauspieler und denZuschauer in’s Auge gefasst. Denken wir zudritt auchan den Poeten: und zwar fasse ich hier das Wort inseinem weitesten Sinne, so wie es die Griechen verstanden.Es ist richtig, dass die griechischen Tragiker ihre uner-messlichen Einwirkungen auf die neuere Kunst nur alsLibrettisten geübt haben: wenn das aber wahr ist, solebe ich der Überzeugung, dass eine wirkliche und ganzeVergegenwärtigung einer äschyleischen Trilogie, mitattischen Schauspielern, Publikum und Poeten, auf unsgeradezu eine zerschmetternde Wirkung thun müsste,weil sie uns den künstlerischen Menschen in einer Voll-kommenheit und Harmonie offenbaren würde, gegen dieunsre grossen Dichter gleichsam als schön begonnene,doch nicht zu Ende gearbeitete Statuen erscheinenmöchten.
Die Aufgabe war im griechischen Alterthum fürden Dramatiker so schwer als möglich gestellt: eineFreiheit, wie sie unsere Bühnendichter nach Wahl desStoffs, der Schauspielerzahl und unzähliger Dinge ge-messen, würde dem attischen Kunstrichter als Zuchtlosig-keit erschienen sein. Durch die gesammte griechische