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mächtig hervorbrechende Frühlingstrieb, ein Stürmen undRasen in gemischter Empfindung, wie es alle naivenVölker und die gesammte Natur beim Nahen des Früh-lings kennt. Bekanntlich sind auch unsre Fastnachtsspieleund Maskenscherze ursprünglich solche Frühlingsfeste, dienur aus kirchlichen Anlässen etwas zurückdatirt sind. Hierist alles tiefster Instinct: jene ungeheuren dionysischenSchwarmzüge im alten Griechenland haben ihre Analogiein den St. Johann- und St. Veitstänzern des Mittelalters,die in grösster, immer wachsender Menge tanzend singendund springend von Stadt zu Stadt zogen. Mag auch dieheutige Medicin von jener Erscheinung als von einerVolksseuche des Mittelalters sprechen: wir wollen nurfesthalten, dass das antike Drama aus einer solchenVolksseuche erblüht ist, und dass es das Unglück dermodernen Künste ist, nicht aus solchem geheimnissvollenQuell entflossen zu sein. Es ist nicht etwa Muthwilleund willkürliche Ausgelassenheit, wenn in den ersten An-fängen des Dramas wildbewegte Schwärme, als Satyrnund Silene kostümirt, die Gesichter mit Russ, Mennigund andern Pflanzensäften beschmiert, mit Blumenkränzenauf dem Kopf, durch Feld und Wald schweiften: dieallgewaltige, so plötzlich sich kundgebende Wirkung desFrühlings steigert hier auch die Lebenskräfte zu einemsolchen Übermaass, dass ekstatische Zustände, Visionenund der Glaube an die eigne Verzauberung allerwärtshervortreten, und gleichgestimmte Wesen schaarenweisedurch’s Land ziehen. Und hier ist die Wiege des Dramas.Denn nicht damit beginnt dasselbe, dass jemand sich ver-mummt und bei anderen eine Täuschung erregen will:nein vielmehr, indem der Mensch ausser sieh ist undsich selbst verwandelt und verzaubert glaubt. In demZustande des „Ausser - sich - seins “, der Ekstase, ist nur