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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Drama als Gesammtkunst vorstellt.Es ist nicht zuverwundern, sagt er, wenn bei einer tief begründetenWahlverwandtschaft die einzelnen Künste endlich wiederzu einem unzertrennlichen Ganzen, als einer neuen Kunst-form sich verschmelzen. Die olympischen Spiele führtendie gesonderten Griechenstämme zur politisch-religiösenEinheit zusammen: das dramatische Festspiel gleicht

einem Wiedervereinigungsfeste der griechischen Künste.Das Vorbild desselben war schon in jenen Tempelfestengegeben, wo die plastische Erscheinung des Gottes voreiner andächtigen Menge mit Tanz und Gesang gefeiertwurde. Wie dort, so bildet auch hier die Architektur denRahmen und die Basis, durch welche sich die höherepoetische Sphäre sichtbar gegen die Wirklichkeit ab-schliesst. An der Scenerie sehen wir den Maler be-schäftigt und allen Reiz eines bunten Farbenspiels inder Pracht des Kostüms ausgebreitet. Der Seele desGanzen hat sich die Dichtkunst bemächtigt; aber diesewieder nicht als einzelne Dichtform, wie im Tempeldienstz. B. als Hymne. Jene dem griechischen Drama sowesentlichen Berichte des Angelos und des Exangelos,oder der handelnden Personen selbst, führen uns in dasEpos zurück. Die lyrische Poesie hat in den leidenschaft-lichen Scenen und im Chor ihre Stelle und zwar nachallen ihren Abstufungen von dem unmittelbaren Aus-bruch des Gefühls in Interjectionen, von der zartestenBlume des Liedes bis zur Hymne und Dithyrambe hinauf.In Recitation, Gesang und Flötenspiel und dem Takt-schritte des Tanzes ist der Ring noch nicht völlig ge-schlossen. Denn wenn die Poesie das innerste Grund-element des Dramas bildet, so tritt ihr in dieser ihr neuenForm die Plastik entgegen. So weit Feuerbach. Sicherist, dass wir einem solchen Kunstwerke gegenüber erst