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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Historie überhaupt. Es wäre nicht undenkbar, dassRitschl in einer Ahnung davon obgleich Nietzscheselbst den besten Freunden gegenüber sich auf dasSchweigen gründlich verstand durch seine warmeBefürwortung der Berufung den Schüler, dessen ausser-ordentliche Begabung er mit sicherem Blick erkannt hat,an die strenge Wissenschaft fesseln wollte. Es kam aberauch so, wie es kommen musste. Was er von reinphilologischen Arbeiten in der Baseler Zeit ausführte, sindsämmtlich Pläne aus früherer Zeit (an RohdeBriefb.il 196:wenn ich jetzt noch einige kleine Abhandlungelchenfertig habe [über alte Materien]). In Basel selbst reinphilologische Arbeiten durchzuführen, hatte er keine Zeit Werthvolles über die griechische Metrik, über diediu8o%ed der Philosophen, reiche Sammlungen zu seinenVorlesungen über griechische Litteraturgeschichte sindliegen geblieben. Es war viel weniger die Arbeit fürUniversität und Pädagogium, es war das wahrhaft idealeZiel, das er sich als Universitätslehrer steckte und dasihn bald mit zwingender Gewalt über die Thätigkeitdes Universitätslehrers hinaustrieb und -trug: in demherrlichen Briefe, den er 13. April 69 aus Naumburg anGersdorff schrieb (Briefb. I 137 ff.), hat er es selbstformulirt. So ernst er es mit seinem Amt genommenhat, war je ein Universitätsphilologe innerlich fremder zuseinem eigentlichen Beruf gestellt? 1875 am 14. Juli(Briefb. I, 333) schreibt er über dieallmählich erkanntenBedingungen seiner Baseler Gelehrtenexistenz:ichversuche das Kunststück zu leisten, diese Existenz undmeine persönliche Bestimmung so in einander zu ver-knüpfen , dass sie sich nicht schaden, sondern sogarnützen. Ein Mensch von ungeheurem philosophischemErnst, demdie wahren und wesentlichen Probleme des

Nietzsche, Werke II. Abtheilune. Bd. IX.

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