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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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man uns überreden möchte oh wir kennen die hyste-rischen Männlein und Weiblein genug, welche heute ge-rade diese Religion zum Schleier und Aufputz nöthighaben! Wir sind keine Humanitarier; wir würden uns niezu erlauben wagen, von unsrerLiebe zur Menschheitzu reden dazu ist Unsereins nicht Schauspieler genug!Oder nicht Saint-Sinatmist genug, nicht Franzose genug.Man muss schon mit einem gallischen Übermaass ero-tischer Reizbarkeit und verliebter Ungeduld behaftet sein,um sich in ehrlicher Weise sogar noch der Menschheitmit seiner Brunst zu nähern . . . Der Menschheit! Gabes je noch ein scheusslicheres altes Weib unter allen altenWeibern? ( es müsste denn etwadie Wahrheit sein:eine Frage für Philosophen). Nein, wir lieben die Mensch-heit nicht; andererseits sind wir aber auch lange nichtdeutsch genug, wie heute das Wortdeutsch gang undgäbe ist, um dem Nationalismus und dem Rassenhass dasWort zu reden, um an der nationalen Herzenskrätze undBlutvergiftung Freude haben zu können, derenthalben sichjetzt in Europa Volk gegen Volk wie mit Quarantänenabgrenzt, absperrt. Dazu sind wir zu unbefangen, zu bos-haft, zu verwöhnt, auch zu gut unterrichtet, zugereist:wir ziehen es bei Weitem vor, auf Bergen zu leben, ab-seits,unzeitgemäss, in vergangnen oder kommenden Jahr-hunderten, nur damit wir uns die stille Wuth ersparen,zu der wir uns-, verurtheilt wüssten als Augenzeugeneiner Politik, die den deutschen Geist öde macht, in-dem sie ihn eitel macht, und kleine Politik ausserdemist: hat sie nicht nöthig, damit ihre eigne Schöpfungnicht sofort wieder auseinanderfällt, sie zwischen zweiTodhasse zu pflanzen? muss sie nicht die Verewigung derKleinstaaterei Europas wollen? . . . Wir Heimathlosen,wir sind der Rasse und Abkunft nach zu vielfach und