•wir uns wirklich dergestalt das Dasein zu einer Rechen-knechts-Übung und Stubenhockerei für Mathematikerherabwürdigen lassen ? Man soll es vor Allem nicht seinesvieldeutigen Charakters entkleiden wollen: das fordertder gute Geschmack, meine Herren, der Geschmack derEhrfurcht vor Allem, was über euren Horizont geht!Dass allein eine Welt-Interpretation im Rechte sei, beider ihr zu Rechte besteht, bei der wissenschaftlich ineurem Sinne (— ihr meint eigentlich mechanistisch?)geforscht und fortgearbeitet werden kann, eine solche,die Zählen, Rechnen, Wägen, Sehn und Greifen undnichts weiter zulässt, das ist eine Plumpheit und Naive-tät, gesetzt, dass es keine Geisteskrankheit, kein Idiotis-mus ist. Wäre es umgekehrt nicht recht wahrscheinlich,dass sich gerade das Oberflächlichste und Ausserlichstevom Dasein — sein Scheinbarstes, seine Haut und Ver-sinnlichung — am Ersten fassen Hesse? vielleicht sogarallein fassen Hesse? Eine „wissenschaftliche“ Welt - In-terpretation, wie ihr sie versteht, könnte folglich immernoch eine der dümmsten, das heisst sinnärmsten allermöglichen Welt-Interpretationen sein: diess den HerrnMechanikern in’s Ohr und Gewissen gesagt, die heutegern unter die Philosophen laufen und durchaus ver-meinen, Mechanik sei die Lehre von den ersten undletzten Gesetzen, auf denen wie auf einem Grundstöckealles Dasein aufgebaut sein müsse. Aber eine essentiellmechanische Welt wäre eine essentiell sinnlose Welt!Gesetzt, man schätzte den Werth einer Musik darnach ab,wie viel von ihr gezählt, berechnet, in Formeln gebrachtwerden könne — wie absurd wäre eine solche „wissen-schaftliche“ Abschätzung der Musik! Was hätte man vonihr begriffen, verstanden, erkannt! Nichts, geradezu Nichtsvon Dem, was eigentlich an ihr „Musik“ ist! . . .
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