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Vielleicht sind wir Modernen nur nicht gesund genug,um Plato’s Idealismus nöthig zu haben? Und wirfürchten die Sinne nicht, weil — —
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„Wissenschaft“ als Vorurtheil. — Es folgtaus den Gesetzen der Rangordnung, dass Gelehrte, in-sofern sie dem geistigen Mittelstände zugehören, dieeigentlichen grossen Probleme und Fragezeichen garnicht in Sicht bekommen dürfen: zudem reicht ihr Muthund ebenso ihr Blick nicht bis dahin, — vor Allem, ihrBedürfniss, das sie zu Forschern macht, ihr inneres Voraus-nehmen und Wünschen, es möchte so und so beschaffensein, ihr Fürchten und Hoffen kommt zu bald schon zurRuhe, zur Befriedigung. Was zum Beispiel den pedanti-schen Engländer Herbert Spencer auf seine Weise schwär-men macht und einen Hoffnungs-Strich, eine Horizont-Linie der Wünschbarkeit ziehen heisst, jene endlicheVersöhnung von „Egoismus und Altruismus“, von der erfabelt, das macht Unsereinem beinahe Ekel: — eine Mensch-heit mit solchen Spencer’schen Perspectiven als letztenPerspectiven schiene uns der Verachtung, der Vernichtungwerth! Aber schon dass Etwas als höchste Hoffnung vonihm empfunden werden muss, was Anderen bloss als wider-liche Möglichkeit gilt und gelten darf, ist ein Fragezeichen,welches Spencer nicht vorauszusehn vermocht hätte . . .Ebenso steht es mit jenem Glauben, mit dem sich jetztso viele materialistische Naturforscher zufrieden geben,dem Glauben an eine Welt, welche im menschlichenDenken, in menschlichen Werthbegriffen ihr Äquivalentund Maass haben soll, an eine „Welt der Wahrheit“, derman mit Hülfe unsrer viereckigen kleinen Menschenver-nunft letztgültig beizukommen vermöchte — wie? wollen