halten, wenn wir’s anders wünschten. Man verwechseltuns — das macht, wir selbst wachsen, wir wechseln fort-während, wir stossen alte Rinden ab, wir häuten uns mitjedem Frühjahre noch, wir werden immer jünger, zu-künftiger, höher, stärker, wir treiben unsre Wurzelnimmer mächtiger in die Tiefe — in’s Böse —, währendwir zugleich den Himmel immer liebevoller, immerbreiter umarmen und sein Licht immer durstiger mitallen unsren Zweigen und Blättern in uns hineinsaugen.Wir wachsen wie Bäume — das ist schwer zu verstehn,wie alles Leben! — nicht an Einer Stelle, sondern über-all, nicht in Einer Richtung, sondern ebenso hinauf, hin-aus wie hinein und hinunter, — unsre Kraft treibt zu-gleich in Stamm, Ästen und Wurzeln, es steht uns garnicht mehr frei, irgend Etwas einzeln zu thun, irgendetwas Einzelnes noch zu sein . . . So ist es unser Loos,wie gesagt: wir wachsen in die Höhe; und gesetzt, eswäre selbst unser Verhängniss — denn wir wohnen denBlitzen immer näher! — wohlan, wir halten es darumnicht weniger in Ehren, es bleibt Das, was wir nichttheilen, nicht mittheilen wollen, das Verhängniss derHöhe, unser Verhängniss ...
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Warum wir keine Idealisten sind. — Ehemalshatten die Philosophen Furcht vor den Sinnen: habenwir — diese Furcht vielleicht allzusehr verlernt? Wir sindheute allesammt Sensualisten, wir Gegenwärtigen undZukünftigen in der Philosophie, nicht der Theorie nach,aber der Praxis, der Praktik . . . Jene hingegen meinten,durch die Sinne aus ihrer Welt, dem kalten Reiche der„Ideen“, auf ein gefährliches südlicheres Eiland wegge-