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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
328
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halten, wenn wirs anders wünschten. Man verwechseltuns das macht, wir selbst wachsen, wir wechseln fort-während, wir stossen alte Rinden ab, wir häuten uns mitjedem Frühjahre noch, wir werden immer jünger, zu-künftiger, höher, stärker, wir treiben unsre Wurzelnimmer mächtiger in die Tiefe ins Böse, währendwir zugleich den Himmel immer liebevoller, immerbreiter umarmen und sein Licht immer durstiger mitallen unsren Zweigen und Blättern in uns hineinsaugen.Wir wachsen wie Bäume das ist schwer zu verstehn,wie alles Leben! nicht an Einer Stelle, sondern über-all, nicht in Einer Richtung, sondern ebenso hinauf, hin-aus wie hinein und hinunter, unsre Kraft treibt zu-gleich in Stamm, Ästen und Wurzeln, es steht uns garnicht mehr frei, irgend Etwas einzeln zu thun, irgendetwas Einzelnes noch zu sein . . . So ist es unser Loos,wie gesagt: wir wachsen in die Höhe; und gesetzt, eswäre selbst unser Verhängniss denn wir wohnen denBlitzen immer näher! wohlan, wir halten es darumnicht weniger in Ehren, es bleibt Das, was wir nichttheilen, nicht mittheilen wollen, das Verhängniss derHöhe, unser Verhängniss ...

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Warum wir keine Idealisten sind. Ehemalshatten die Philosophen Furcht vor den Sinnen: habenwir diese Furcht vielleicht allzusehr verlernt? Wir sindheute allesammt Sensualisten, wir Gegenwärtigen undZukünftigen in der Philosophie, nicht der Theorie nach,aber der Praxis, der Praktik . . . Jene hingegen meinten,durch die Sinne aus ihrer Welt, dem kalten Reiche derIdeen, auf ein gefährliches südlicheres Eiland wegge-