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Beispiel zu nehmen, in Bezug auf die ganze griechischeDichter- und Künstler-Welt: sie hat niemals „gewusst“,was sie gethan hat . . .
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Was ist Romantik? — Man erinnert sich viel-leicht, zum Mindesten unter meinen Freunden, dassich Anfangs mit einigen dicken Irrthümern und Über-schätzungen und jedenfalls als Hoffender auf diese mo-derne Welt losgegangen bin. Ich verstand — wer weiss,auf welche persönlichen Erfahrungen hin? ■— den philo-sophischen Pessimismus des neunzehnten Jahrhunderts,wie als ob er das Symptom von höherer Kraft des Ge-dankens, von verwegenerer Tapferkeit, von siegreichererFülle des Lebens sei, als diese dem achtzehnten Jahr-hundert, dem Zeitalter Hume’s, Kant’s, Condillac’s undder Sensualisten, zu eigen gewesen sind: so dass mir dietragische Erkenntniss wie der eigentliche Luxus unsrerCultur erschien, als deren kostbarste, vornehmste, gefähr-lichste Art Verschwendung, aber immerhin, ‘ auf Grundihres Überreichthums, als ihr erlaubter Luxus. Ins-gleichen deutete ich mir die deutsche Musik zurecht zumAusdruck einer dionysischen Mächtigkeit der deutschenSeele: in ihr glaubte ich das Erdbeben zu hören, mitdem eine von Alters her aufgestaute Urkraft sich end-lich Luft macht — gleichgültig dagegen, ob Alles, wassonst Cultur heisst, dabei in’s Zittern geräth. Man sieht,ich verkannte damals, sowohl am philosophischen Pessi-mismus wie an der deutschen Musik, Das was ihreneigentlichen Charakter ausmacht — ihre Romantik.Was ist Romantik? Jede Kunst, jede Philosophie darfals Heil- und Hülfsmittel im Dienste des wachsenden,kämpfenden Lebens angesehn werden: sie setzen immer