3i4
vielleicht, das Stück Granit, wieder heraufgebracht. Undwer weiss, ob nicht diess Stück antiken, Wesens auchendlich wieder über die nationale Bewegung Herr werdenwird und sich im bejahenden Sinne zum Erben undFortsetzer Napoleon’s machen muss: — der das EineEuropa wollte, wie man weiss, und diess als Herrinder Erde. ■—
363-
Wie jedes Geschlecht über die Liebe seinVorurtheil hat. — Bei allem Zugeständnisse, welchesich dem monogamischen Vorurtheile zu machen Willensbin, werde ich doch niemals zulassen, dass man bei Mannund Weib von gleichen Rechten in der Liebe rede:diese giebt es nicht. Das macht, Mann und Weib ver-stehen unter Liebe Jeder etwas Anderes, — und es ge-hört mit unter die Bedingungen der Liebe bei beidenGeschlechtern, dass das eine Geschlecht beim andrenGeschlechte nicht das gleiche Gefühl, den gleichen Be-griff „Liebe“ voraussetzt. Was das Weib unter Liebeversteht, ist klar genug: vollkommne Hingabe (nicht nurHingebung) mit Seele und Leib, ohne jede Rücksicht,jeden Vorbehalt, mit Scham und Schrecken vielmehr vordem Gedanken einer verclausulirten, an Bedingungen ge-knüpften Hingabe. In dieser Abwesenheit von Beding-ungen ist eben seine Liebe ein Glaube: das Weib hatkeinen anderen. — Der Mann, wenn er ein Weib liebt,will von ihm eben diese Liebe, ist folglich für seinePerson selbst am entferntesten von der Voraussetzungder weiblichen Liebe; gesetzt aber, dass es auch Männergeben sollte, denen ihrerseits das Verlangen nach voll-kommner Hingebung nicht fremd ist, nun, so sind daseben — keine Männer. Ein Mann, der liebt wie ein