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Weib, wird damit Sclave; ein Weib aber, das liebt wieein Weib, wird damit ein vollkominneres Weib . . .Die Leidenschaft des Weibes, in ihrem unbedingten Ver-zichtleisten auf eigne Rechte, hat gerade zur Voraus-setzung, dass auf der andren Seite nicht ein gleichesPathos, ein gleiches Verzichtleisten-Wollen besteht: dennwenn Beide aus Liebe auf sich selbst verzichteten, soentstünde daraus — nun, ich weiss nicht was, vielleichtein horror vacui? — Das Weib will genommen, ange-nommen werden als Besitz, will aufgehn in den Begriff„Besitz“, „besessen“; folglich will es Einen, der nimmt,der sich nicht selbst giebt und weggiebt, der umgekehrtvielmehr gerade reicher an „sich“ gemacht werden soll— durch den Zuwachs an Kraft, Glück, Glaube, alswelchen ihm das Weib sich selbst giebt. Das Weibgiebt sich weg, der Mann nimmt hinzu — ich denke,über diesen Natur-Gegensatz wird man durch keine so-cialen Verträge, auch nicht durch den allerbesten Willenzur Gerechtigkeit hinwegkommen: so wünschenswerth essein mag, dass man das Harte, Schreckliche, Räthsel-hafte, Unmoralische dieses Antagonismus sich nichtbeständig vor Augen stellt. Denn die Liebe, ganz, gross,voll gedacht, ist Natur und als Natur in alle Ewigkeitetwas „Unmoralisches“. — Die Treue ist demgemäss indie Liebe des Weibes eingeschlossen, sie folgt aus derenDefinition; bei dem Manne kann sie leicht im Gefolgeseiner Liebe entstehn, etwa als Dankbarkeit oder als Idio-synkrasie des Geschmacks und sogenannte Wahlver-wandtschaft, aber sie gehört nicht in’s Wesen seinerLiebe, — und zwar so wenig, dass man beinahe miteinigem Recht von einem natürlichen Widerspiel zwischenLiebe und Treue beim Mann reden dürfte: welche Liebeeben ein Haben-Wollen ist und nicht ein Verzichtleisten