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Volke, dem alle Erbschaft einer herrschenden Kaste,aller Instinct für Macht abgieng: so dass sein AVerk,sein AVille zur AViederherstellung jenes Römer-AVerks,ohne dass er es wollte und wusste, nur der Anfangeines Zerstörungswerks wurde. Er dröselte auf, er risszusammen mit ehrlichem Ingrimme, wo die alte Spinneam sorgsamsten und längsten gewoben hatte. Er liefertedie heiligen Bücher an Jedermann aus, — damit geriethensie endlich in die Hände der Philologen, das heisst derVernichter jeden Glaubens, der auf Büchern ruht. Erzerstörte den Begriff „Kirche“, indem er den Glauben andie Inspiration der Concilien wegwarf: denn nur unterder Voraussetzung, dass der inspirirende Geist, der dieKirche gegründet hat, in ihr noch lebe, noch baue, nochfortfahre, sein Haus zu bauen, behält der Begriff „Kirche“Kraft. Er gab dem Priester den Geschlechtsverkehr mitdem AVeibe zurück: aber drei AGertel der Ehrfurcht,deren das Volk, vor Allem das AVeib aus dem Volkefähig ist, ruht auf dem Glauben, dass ein Ausnahme-Mensch in diesem Punkte auch in andren Punkten eineAusnahme sein wird, — hier gerade hat der Volksglaubean etwas Übermenschliches im Menschen, an das AVunder,an den erlösenden Gott im Menschen, seinen feinsten undverfänglichsten Anwalt. Luther musste dem Priester,nachdem er ihm das AVeib gegeben hatte, die Ohren-beichte nehmen, das war psychologisch richtig: aberdamit war im Grunde der christliche Priester selbst ab-geschafft, dessen tiefste Nützlichkeit immer die gewesenist, ein heiliges Ohr, ein verschwiegener Brunnen, einGrab für Geheimnisse zu sein. „Jedermann sein eignerPriester“ — hinter solchen Formeln und ihrer bäurischenVerschlagenheit versteckte sich bei Luther der abgründ-liche Plass auf den „höheren Menschen“ und die Herr-