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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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schaft deshöheren Menschen, wie ihn die Kirche con-cipirt hatte: er zerschlug ein Ideal, das er nicht zuerreichen wusste, während er die Entai'tung dieses Idealszu bekämpfen und zu verabscheuen schien. Thatsächlichstiess er, der unmögliche Mönch, die Herrschaft derhomines religiosi von sich; er machte also gerade Dasselber innerhalb der kirchlichen Gesellschafts-Ordnung,was er in Hinsicht auf die bürgerliche Ordnung so un-duldsam bekämpfte, einenBauernaufstand. Washinterdrein Alles aus seiner Reformation gewachsen ist,Gutes und Schlimmes, und heute ungefähr überrechnetwerden kann, wer wäre wohl naiv genug, Luthernum dieser Folgen willen einfach zu loben oder zu tadeln?Er ist an Allem unschuldig, er wusste nicht was er that.Die Verflachung des europäischen Geistes, namentlichim Norden, seine Vergutmüthigung, wenn manslieber mit einem moralischen Worte bezeichnet hört,that mit der Lutherischen Reformation einen tüchtigenSchritt vorwärts, es ist kein Zweifel; und ebenso wuchsdurch sie die Beweglichkeit und Unruhe des Geistes, seinDurst nach Unabhängigkeit, sein Glaube an ein Rechtauf Freiheit, seineNatürlichkeit. Will man ihr in. letz-terer Hinsicht den Werth zugestehn, Das vorbereitet undbegünstigt zu haben, was wir heute alsmoderne Wissen-schaft verehren, so muss man freilich hinzufügen, dasssie auch an der Entartung des modernen Gelehrten mit-schuldig ist, an seinem Mangel an Ehrfurcht, Scham undTiefe, an der ganzen naiven Treuherzigkeit und Bieder-männerei in Dingen der Erkenntniss, kurz an jenemPlebejismus des Geistes, der den letzten beiden Jahr-hunderten eigenthümlich ist, und von dem uns auch derbisherige Pessimismus noch keineswegs erlöst hat,auch diemodernen Ideen gehören noch zu diesem

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