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nicht sie selbst: — ist an diesem Gedanken, dessenTiefe auch heute noch nicht ausgeschöpft ist, etwasDeutsches? Giebt es einen, Grund zu muthmaassen, dassnicht leicht ein Lateiner auf diese Umdrehung desAugenscheins verfallen sein würde? — denn es ist eineUmdrehung. Erinnern wir uns zweitens an Kant’s un-geheures Fragezeichen, welches er an den Begriff „Cau-salität“ schrieb, — nicht dass er, wie Hume, dessen Rechtüberhaupt bezweifelt hätte: er begann vielmehr vorsichtigdas Reich abzugrenzen, innerhalb dessen dieser Begriffüberhaupt Sinn hat (man ist auch jetzt noch nicht mitdieser Grenzabsteckung fertig geworden). Nehmen wirdrittens den erstaunlichen Griff Hegel’s, der damit durchalle logischen Gewohnheiten und Verwöhnungen durch-griff, als er zu lehren wagte, dass die Artbegriffe sichaus einander entwickeln: mit welchem Satze die Geisterin Europa zur letzten grossen wissenschaftlichen Bewe-gung präformirt wurden, zum Darwinismus — denn ohneHegel kein Darwin. Ist an- dieser Hegelschen Neuerung,die erst den entscheidenden Begriff „Entwicklung“ in dieWissenschaft gebracht hat, etwas Deutsches? — Ja, ohneallen Zweifel: in allen drei Fällen fühlen wir Etwas vonuns selbst „aufgedeckt“ und errathen und sind dankbardafür und überrascht zugleich, jeder dieser drei Sätze istein nachdenkliches Stück deutscher Selbsterkenntniss,Selbsterfahrung, Selbsterfassung. „Unsre innre Welt istviel reicher, umfänglicher, verborgner“, so empfinden wirmit Leibniz; als Deutsche zweifeln wir mit Kant an derLetztgültigkeit naturwissenschaftlicher Erkenntnisse undüberhaupt, an Allem, was sich causalitei' erkennen lässt:das Erkennbare scheint uns als solches schon geringe-ren Werthes. Wir Deutsche sind Hegelianer, auch wennes nie einen Hegel gegeben hätte, insofern wir (im Gegen-