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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
291
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fangen, inwiefern wir seiner entrathen könnten: und andiesen Anfang des Begreifens stellt uns jetzt Physiologieund Thiergeschichte (welche also zwei Jahrhundertenöthig gehabt haben, um den vorausfliegenden ArgwohnLeibnizens einzuholen). Wir könnten nämlich denken,fühlen, wollen, uns erinnern, wir könnten ebenfalls „han-deln“ in jedem Sinne des Wortes: und trotzdem brauchtedas Alles nicht uns „in’s Bewusstsein zu treten“ (wie manim Bilde sagt). Das ganze Leben wäre möglich, ohnedass es sich gleichsam im Spiegel sähe: wie ja thatsäch-lich auch jetzt noch bei uns der bei weitem überwiegendeTheil dieses Lebens sich ohne diese Spiegelung abspielt —,und zwar auch unsres denkenden, fühlenden, wollendenLebens, so beleidigend diess einem älteren Philosophenklingen mag. Wozu überhaupt Bewusstsein, wenn es inder Hauptsache überflüssig ist? — Nun scheint mir,wenn man meiner Antwort auf diese Frage und ihrervielleicht ausschweifenden Vermuthung Gehör geben will,die Feinheit und Stärke des Bewusstseins immer im Ver-hältniss zur Mittheilungs-Fähigkeit eines Menschen(oder Thiers) zu stehn, die Mittheilungs-Fähigkeit wieder-um im Verhältniss zur Mittheilungs-Bedürftigkeit:letzteres nicht so verstanden, als ob gerade der einzelneMensch selbst, welcher gerade Meister in der Mittheilungund Verständlichmachung seiner Bedürfnisse ist, zugleichauch mit seinen Bedürfnissen am meisten auf die Andernangewiesen sein müsste. Wohl aber scheint es mir soin Bezug auf ganze Rassen und Geschlechter-Ketten zustehn: wo das Bedürfniss, die Noth die Menschen langegezwungen hat, sich mitzutheilen, sich gegenseitig raschund fein zu Verstehen, da ist endlich ein Überschussdieser Kraft und Kunst der Mittheilung da, gleichsamein Vermögen, das sich allmählich aufgehäuft hat und

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