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Tage, dass er sie sieht, dass er sie auswählt, dass erzum ersten Male erräth, wozu sie gebraucht, wie sieinterpretirt werden kann. Jesus (oder Paulus) zum Bei-spiel fand das Leben der kleinen Leute in der römischenProvinz vor, ein bescheidnes tugendhaftes gedrücktesLeben: er legte es aus, er legte den höchsten Sinn undWerth hinein — und damit den Muth, jede andre ArtLeben zu verachten, den stillen Herrenhuter-Fanatismus,das heimliche unterirdische Selbstvertrauen, welches wächstund wächst und endlich bereit ist, „die Welt zu überwin-den“ (das heisst Rom und die höheren Stände im ganzenReiche). Buddha insgleichen fand jene Art Menschenvor, und zwar zerstreut unter alle Stände und gesell-schaftliche Stufen seines Volks, welche aus Trägheit gutund gütig (vor Allem inoffensiv) sind, die, ebenfalls ausTrägheit, abstinent, beinahe bedürfnisslos leben: er ver-stand, wie eine solche Art Menschen mit Unvermeidlich-keit, mit der ganzen vis inertiae, in einen Glaubenhineinrollen müsse, der die Wiederkehr der irdischenMühsal (das heisst der Arbeit, des Handelns überhaupt)zu verhüten verspricht, — diess „Verstehen“ war seinGenie. Zum Religionsstifter gehört psychologische Un-fehlbarkeit im Wissen um eine bestimmte Durchschnitts-Art von Seelen, die sich noch nicht als zusammengehöriger kann t_ haben. Er ist es, der sie zusammenbringt; dieGründung einer Religion wird insofern immer zu einemlangen Erkennungs-Feste. —
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Vom „Genius der Gattung“. — Das Problemdes Bewusstseins (richtiger: des Sich-Bewusst-Werdens)tritt erst dann vor uns hin, wenn wir zu begreifen an-