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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
285
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Noch einmal die Herkunft der Gelehrten. —Sich selbst erhalten wollen ist der Ausdruck einer Noth-lage, einer Einschränkung des eigentlichen Lebens-Grund-triebes, der auf Machterweiterung hinausgeht und indiesem Willen oft genug die Selbsterhaltung in Fragestellt und opfert. Man nehme es als symptomatisch,wenn einzelne Philosophen, wie zum Beispiel der schwind-süchtige Spinoza, gerade im sogenannten Selbsterhaltungs-Trieb das Entscheidende sahen, sehen mussten: — eswaren eben Menschen in Nothlagen. Dass unsre mo-dernen Naturwissenschaften sich dermaassen mit demSpinozistischen Dogma verwickelt haben (zuletzt nochund am gröbsten im Darwinismus mit seiner unbegreif-lich einseitigen Lehre vom „Kampf um’s Dasein“ —), dasliegt wahrscheinlich an der Herkunft der meisten Natur-forscher: sie gehören in dieser Hinsicht zum „Volk“,ihre Vorfahren waren arme und geringe Leute, welchedie Schwierigkeit, sich durchzubringen, allzusehr aus derNähe kannten. Um den ganzen englischen Darwinismusherum haucht Etwas wie englische Übervölkerungs-Stick-luft, wie Kleiner-Leute-Geruch von Noth und Enge. Aberman sollte, als Naturforscher, aus seinem menschlichenWinkel herauskommen: und in der Natur herrschtnicht die Nothlage, sondern der Überfluss, die Verschwen-dung, sogar bis in’s Unsinnige. Der Kampf um’s Daseinist nur eine Ausnahme, eine zeitweilige Restrictiondes Lebenswillens; der grosse und kleine Kampf drehtsich allenthalben um’s Übergewicht, um Wachsthum undAusbreitung, um Macht, gemäss dem Willen zur Macht,der eben der Wille des Lebens ist.