Neugierigen, wie es Einem dabei zu Muthe ist. Nein!nicht mehr mit der Bitterkeit und Leidenschaft des Los-gerissenen, der sich aus seinem Unglauben noch einenGlauben, einen Zweck, ein Martyrium selbst zurechtmachen muss! Wir sind abgesotten in der Einsicht undin ihr kalt und hart geworden, dass es in der Welt durch-aus nicht göttlich zugeht, ja noch nicht einmal nachmenschlichem Maasse vernünftig, barmherzig oder gerecht:wir wissen es, die Welt, in der wir leben, ist ungöttlich,unmoralisch, „unmenschlich“, — wir haben sie uns allzu-lange falsch und lügnerisch, aber nach Wunsch undWillen unsrer Verehrung, das heisst nach einem Be-dürfnisse ausgelegt. Denn der Mensch ist ein ver-ehrendes Thier! Aber er ist auch ein misstrauisches: unddass die Welt nicht das werth ist, was wir geglaubthaben, das ist ungefähr das Sicherste, dessen unser Miss-trauen endlich habhaft geworden ist. So viel Misstrauen,so viel Philosophie. Wir hüten uns wohl zu sagen, dasssie weniger werth ist: es erscheint uns heute selbstzum Lachen, wenn der Mensch in Anspruch nehmenwollte, Werthe zu erfinden, welche den Werth der wirk-lichen Welt überragen sollten, — gerade davon sindwir zurückgekommen als von einer ausschweifenden Ver-irrung der menschlichen Eitelkeit und Unvernunft, dielange nicht als solche erkannt worden ist. Sie hat ihrenletzten Ausdruck im modernen Pessimismus gehabt, einenälteren, stärkeren in der Lehre des Buddha; aber auchdas Christenthum enthält sie, zweifelhafter freilich undzweideutiger, aber darum nicht weniger verführerisch.Die ganze Attitüde „Mensch gegen Welt“, der Menschals „Welt-verneinendes“ Princip, der Mensch als Werth-maass der Dinge, als Welten-Richter, der zuletzt dasDasein selbst auf seine Wagschalen legt und zu leicht
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