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der Irrthum, die Blindheit, die Lüge, — wenn Gott selbstsich als unsre längste Lüge erweist? —
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Moral als Problem. — Der Mangel an Personrächt sich überall; eine geschwächte, dünne, ausgelöschte,sich selbst leugnende und verleugnende Persönlichkeittaugt zu keinem guten Dinge mehr, — sie taugt amwenigsten zur Philosophie. Die „Selbstlosigkeit“ hatkeinen Werth im LIimmel und auf Erden; die grossenProbleme verlangen alle die grosse Liebe, und diesersind nur die starken, runden, sicheren Geister fähig, diefest auf sich selber sitzen. Es macht den erheblichstenUnterschied, ob ein Denker zu seinen Problemen per-sönlich steht, so dass er in ihnen sein Schicksal, seineNoth und auch sein bestes Glück hat, oder aber „un-persönlich“: nämlich sie nur mit den Fühlhörnern deskalten neugierigen Gedankens anzutasten und zu fassenversteht. Im letzteren Falle kommt Nichts dabei heraus,so viel lässt sich versprechen: denn die grossen Pro-bleme, gesetzt selbst, dass sie sich fassen lassen, lassensich von Fröschen und Schwächlingen nicht halten,das ist ihr Geschmack seit Ewigkeit, — ein Geschmackübrigens, den sie mit allen wackern Weiblein theilen. —Wie kommt es nun, dass ich noch Niemandem begegnetbin, auch in Büchern nicht, der zur Moral in dieserStellung als Person stünde, der die Moral als Problemund diess Problem als seine persönliche Noth, Qual,Wollust, Leidenschaft kennte? Ersichtlich war bisher dieMoral gar kein Problem; vielmehr Das gerade, worinman, nach allem Misstrauen, Zwiespalt, Widerspruch, miteinander überein kam, der geheiligte Ort des Friedens,